Sonntag, November 18, 2018
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Aufführung der 'Geschichte der Stadt Zor' an der ERich-Kästner-Schule in Rhauderfehn

Schüler des Gymnasiums Bad Zwischenahn spielen „Die Geschichte der Stadt Zor“ für die Jahrgänge 5 – 8 der Erich-Kästner-Schule In Rhauderfehn

Die Aufführung der Bühnenfassung des Romans „Die Geschichte der Stadt Zor“ von Christine Metzen-Kabbe an der Erich-Kästner-Schule in Rhauderfehn war eine gelungene Sache – trotz der Tatsache, dass die Schauspieltruppe mit Verspätung anreiste.
UNESCO Kollegin Sabine Weigand vom Gymnasium Bad Zwischenahn hatte den Kontakt zu UNESCO Kollegin Anja Andabaka von der Partnerschule geknüpft und so den Grundstein für den Besuch der Zwischenahner gelegt.


Der Grund für die Verspätung war ein Bustausch, der wegen der Größe der tollen, von der Schülerinnen und Schülern selbst entworfenen und gemalten Kulissen nötig war. So konnten die Schüler der Erich-Kästner-Schule gleich einen Eindruck vom wahren Theaterleben erhalten. Als die Bad Zwischenahner endlich eintrafen, halfen sie, die Kulissen zu entladen, auf die Bühne zu bringen, die Requisiten hereinzutragen – „Oh, ihr habt ja Schwerter!“ – und konnten, in der Aula sitzend, beobachten, wie die eben noch leere Bühne sich füllte, ein Raum entstand, ein Palast –  „Wer wohnt denn da drin?“ – aufgebaut wurde und schließlich eine Gestalt in einem schwarzem Umhang (Malesuatus gespielt von León Saretzki) auf die Bühne schlich, auf das Haus des Mantis Pamir von Zor (Mike Onnen) zu.

 

Atemlos verfolgten sie das spannende Geschehen, hörten Malesuatus höhnisch und triumphierend lachen, als es ihm mit Hilfe des Richters Nu`um (Benjamin von Kameke) gelungen war, Pamirs Hinrichtung zu betreiben. Sie trauerten mit der jungen Silvana aus dem Volk der Wier (Carina Herrmann), die um ihren Mann Pa - mir weint, klatschten begeistert zu der Musik, mit der sich die Manteis aus fernen Ländern dem Fürsten (Jonah Härtel), Fürstin Rihah (Lena Ubbens), Oberpriesterin Serena (Hannah Geisler) vorstellten, z. B. den griechischen Klängen von Helion (Marco Ahlers), der türkisch-arabischen Musik des Krieger-Mantis Osmans aus Istanbul (Cemal Demitürk) und den tiefen, afrikanischen Stimmen von Philo von Kusch (Malique Jordan Werner).
Viel Freude und Spaß hatten die Schüler auch an den witzigen Dialogen, als die Manteis einer nach dem anderen einen Besuch bei Silvana machten und ihr Ge - schenke aus ihren Ländern mitbringen: Helion, der Charmeur (Marco Ahlers), bringt rote Rosen, Rytchëu aus St. Petersburg (Harm Hinrichs) eine Wellhorn-schnecke aus der kalten See seines Landes. Staunend lauschten nicht nur Silvana, sondern auch die Schülerinnen und Schüler in Rhauderfehn, als sie aus der Schnecke die Klänge des Meeres, Wind und Wellen, hören konnten.
Und sie grübelten und fieberten mit Silvana über die dringende Frage: Wer von den 7 Manteis ist Malesuatus, der schwarze Magier, der schon Pamir getötet hat?


Ihr Entsetzten stand sichtbar im Raum, als sie in der Schlussszene Silvana tot – oder nur bewusstlos? – auf der Bühne liegen sehen, und ihre Freude und ihr erleichtertes Klatschen umso größer, als sich endlich Silvana und Philo am Schluss die Hände reichen. Die Stadt Zor ist frei, die Wier können wieder als freie Menschen in ihrem Wald leben, und für die beiden Hauptdarsteller gibt es – wie im Märchen üblich – eine glückliche Zukunft.
Langanhaltender Applaus belohnte die Mühe und die Arbeit der Zwischenahner
Schülerinnen und Schüler.

Doris Brüning-Coordes (Darstellendes Spiel) meinte hinterher: „Die Zuschauer waren so begeistert von euch - das nächste Mal brauchen wir Autogrammkarten.“
Auch die Autorin des Romans, die gleichzeitig auch Leiterin des Projektes ist, war begeistert über die Reaktion der jungen Schülerinen und Schüler: „Sie sind viel lebendiger, viel freier in ihren Reaktionen als erwachsene Zuschauer. Es war toll, wie sie das ganze Stück über in atemloser Stille dem Geschehen lauschten. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Und – sie lachen an ganz anderen Stellen als die Erwachsenen, sie finden deutlich andere Dialoge oder Szenen witzig. 11 Klassen der Jahrgänge 5 – 8, die deutlich über eine Stunde der Auffüh - rung zuschauen (das Stück wurde diesmal ohne Pause gespielt), die nicht unruhig werden oder stören, das war schon ein ganz besonderes Erlebnis für uns. Hochachtung!“
Die Kolleginnen und Kollegen der Erich-Kästner-Schule wollen nun mit dem didaktisch-methodischen Begleitheft zu der Bühnenfassung das Stück nachbereiten und Anja Andabaka bekam als Dank für ihre Organisation von der Autorin ein Exemplar ihres Romans mit persönlicher Widmung geschenkt.